Wehe wenn…

Einer etwas gegen das Auto sagt. Das Auto ist in Deutschland ein Heiligtum. Dementsprechend wurde auch die Politik ausgerichtet. Doch dies rächt sich nun mit viel zu vollen Straßen, Staus an jeder Kreuzung und Innenstädten, in dem es kaum noch klare Luft aufgrund von Abgasen gibt.

Als Fußgänger kommt man kaum noch über die Straße und Falschparker blockieren Bus und Straßenbahn. Während also 1 Person mal kurz das Auto abstellt um zum Bäcker zu gehen, müssen 100 Leute warten. Das spiegelt 1a die Ellenbogengesellschaft und den Egoismus der Gesellschaft wieder. Ich bin ja wichtiger als andere Menschen.

Aber nun zurück zu meiner Behauptung, dass Bahnkunden abgehängt werden. Wie komme ich drauf? Es gibt Statistiken, dass die Preise im Personenverkehr mit dem Auto seit 2010 nur um 2% gestiegen sind. Dagegen sind die Preise für ein Bahnfahrt im gleichen Zeitraum um 11% gestiegen. Ein hausgemachtes, politisch gewolltes und vom Lobbyismus erzeugtes Phänomen.

Schauen wir uns einfach mal die Finanzierung der beiden Systeme an. Jeder Zug, der fährt muss Trassengebühren an die DB Netz AG zahlen. Die DB Netz AG betrieb die Schieneninfrastruktur in Deutschland und ist in Staatshand. Die Netz AG wird durch die Bundesnetzagentur überwacht. Für jeden gefahren Zugkilometer wird sozusagen eine Maut fällig, die in die Instandhaltung und den Ausbau des Schienennetzes geht. Wenn wir uns jetzt einmal den Autoverkehr anschauen, dann muss hier nur für einen Teil, nämlich die Autobahnen und einige Bundesstraßen Maut gezahlt werden. Also ist doch hier glasklar die Bahn im Nachteil, da sie immer Maut zahlen muss. Der Autofahrer nur manchmal.

Jetzt würde vermutlich der Autofahrer kommen: „Moment, was ist mit der Benzinsteuer?“. Tja, auch die muss jeder Dieseltriebwagen zahlen. Und der Rest der Züge, der per „Strippe“ fährt, muss eine hohe Stromsteuer zahlen. Und da zahlt Deutschland die zweit höchste Stromsteuer in Europa. Zusätzlich muss noch die EEG Umlage bezahlt werden und auch hier langt man bei der Eisenbahn ordentlich in die Tasche.

Zusammenfassung

Der Schienenverkehr ist politisch gewollt benachteiligt. Ich würde mir wünschen, dass es hier eine Gleichberechtigung gibt. Das wieder mehr in die Infrastruktur und den Fuhrpark investiert wird. Somit können mehr Menschen überzeugt werden, dass Auto stehen zu lassen.

Und es ist eben nicht teurer als das Auto. Wenn ich mir überlege, dass ich erst einmal 1000 € für den Führerschein ausgeben muss und dann noch 5000 € für ein anständiges Auto. Dann kommen noch Wartungskosten, Benzinkosten dazu. Eigentum verpflichtet auch immer. Ich muss KFZ Steuer zahlen. Meine Monatskarte in Berlin kostet etwas mehr als 60€ im Abo. Dafür kann ich Tag und Nacht in Berlin fahren. Ich glaube kaum, das man das mit dem Auto hin bekommt.

Für Hin- und Rückfahrt nach Köln bezahle ich 43,50€. Bahncard 25 bereinigt währen das 54,37€. Da kann mir keiner erzählen, dass er mit dem Auto günstiger kommt. Und mit beiden Verkehrsmitteln kann es Probleme geben. Mit dem Auto kann man im Stau stecken bleiben und der Zug kann Verspätung haben. Aber im ICE habe ich den Vorteil, ich steig ein und muss mich die 5h um nichts kümmern. Nebenbei kann ich Musik hören oder einen Film schauen oder ein Buch lesen. Wenn ich Auto fahren würde, muss ich mich immer auf den Verkehr konzentrieren.


21.12.2017

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