Ist es möglich?

Ist es möglich, den Individualverkehr mit PKWs zu reduzieren? Können die Menschen dazu bewegt werden auf ihr Auto zu verzichten und auf den ÖPNV umzusteigen? Gerade in dem Diesel Skandal spielt der ÖPNV als eine Alternative eine große Rolle und wird diskutiert.

Der ÖPNV als Beförderungsalternative wäre genial und würde viele Probleme lösen. Mir ist bewusst, dass es trotzdem noch Autos geben wird. Denken wir an Handwerker, Dienstfahrten oder auch den Lieferverkehr aber der Verkehr würde sich verringern. Die Vorteile möchte ich hier an dieser Stelle nicht auf zählen. Ich denke viele Menschen sind sich der Vorteile bewusst, sogar jene, die Auto fahren. Es geht eher um die Probleme, mit denen der ÖPNV zu kämpfen hat. Und genau wegen diesen Problemen wird es meiner Ansicht nach nicht gelingen, die Menschen zum Umstieg zu bewegen.

Vorweg möchte ich betonen, dass ich ein großer Befürworter des ÖPNV bin und kein Auto besitze und auch keinen Führerschein habe und auch nicht mit dem Gedanken spiele, diesen zu machen. Dennoch sehe ich die Probleme und kann es nachvollziehen, warum die Menschen nicht umsteigen. Schauen wir uns einmal die ländlichen Gegenden an. Hier ist der ÖPNV so gut wie gar keine Alternative. Es gibt nur sehr wenig Buslinien und diese fahren nicht sehr häufig. Ums ein Ziel zu erreichen, müsste man mehrfach umsteigen, da es keine direkten Verbindungen gibt. Somit ist man sehr viel länger unterwegs.

Im Gegensatz zum ländlich ausgedünnten Verkehr steht der dicht getaktete Verkehr in den Metropolen. Hier fährt die U-Bahn alle 5 Minuten, manche Linien noch dichter und trotzdem ist es überfüllt. Und es kommt durch die Fülle von Menschen und die dichte Taktung auch immer wieder zu Störungen. Wir in Berlin können ein Lied davon singen. Objektiv gesehen kann man sich nicht auf den Berliner ÖPNV verlassen, wenn man zeitlich gebunden ist. Das macht es für viele unattraktiv.

Es gibt aber auch noch ein weiteres Problem, was bis jetzt nur wenig beachtet wird. Und zwar geht es um die Innengestaltung der Verkehrsmittel. Wir sind keine Gegenstände sondern Menschen. Und das scheinen die Designer irgendwie zu vergessen. Ich erlebe es so oft, dass die Leute lieber stehen, als sich auf einen 4er zu setzen. Diese 4er Sitze sind sowieso eine Unart, die ich nicht verstehe. Bei den 4er Sitzen hat man eine gezwungene Nähe, die viele Menschen nicht wollen. Da hat der PKW klar seinen Vorteil. Auch wenn man im Stau steht, man Geld verpulvert usw. hat man da seine Ruhe, während man beim ÖPNV mit mehreren Menschen unterwegs ist. Und je nach Gestaltung des Innenraums, wird einem Nähe aufgezwungen. In diesem Punkt muss umgedacht werden, sonst hat der ÖPNV als echte Alternative zum PKW nur wenig Chancen. Den er punkten vor allem im Individualismus.


11.02.2018

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