Beängstigend

Beängstigend ist es schon irgendwie. Ein Algorithmus soll anhand deiner Tweets eine Medizinische Diagnose aufstellen. Es geht vor allem um psychische Störungen. Das heißt im Klartext, dass dieser Algorithmus Tweets durchsucht. Anhand bestimmter Kriterien soll der Algorithmus dann erkennen, ob eine Person ein psychische Leiden hat. Auch wenn ich mit der Datensammelwut für mich keine Probleme sehe (ja, ich hab meinen Aluhut abgenommen), beängstigt mich dieser Fakt doch ein wenig.

Eine Forschergruppe aus der National Tsing Hua University in Taiwan hat eine Methode mit der sich Anzeichen für eine bipolare Störung aus Twitterfeeds erkennen lassen. Viele der betroffenen Personen teilen ihren Geisteszustand auf Twitter, Laut den Forschern wurden 100. Tweets zwischen 2006 und 2016 analysiert. Dabei handelt es sich um Tweets von Personen, bei denen später eine bipolare Störung diagnostiziert wurde. Diese wurden dann mit anderen Tweets aus der Kontrollgruppe verglichen. Die Kontrollgruppe setzte sich aus zufällig ausgewählten Personen zusammen. Mit den gewonnen Erkenntnissen begann die Programmierung des Algorithmus. Der Algorithmus konnte letztendlich die Personen mit einer Trefferqoute von über 90% identifizieren.

Die Vorstellung ist schon irgendwo gruselig, dass irgendwo ein Computer mein, ich hätte eine geistige Störungen. Auch die Genauigkeit des Algorithmus ist doch irgendwie beängstigend. Psychische Störungen gibt es sehr viele. Wenn man einem Algorithmus eine die Erkennung einer bipolaren Störung beibringen kann, dann geht das sicher auch mit einer Depression oder anderen Störungen. Und nun denkt euch einmal, was z:B. Unfallversicherungen aus so einer Info machen oder auch Krankenversicherungen. Ein Großteil davon hat sich damit abgefunden, seine Daten dem Big Brother in den Hände zu geben. Ich gehöre auch dazu. Doch bin ich anhand dieser Entwicklung mehr als besorgt. Ich bin mir sicher, die Forscher meinen es nur gut. Doch überall wo Menschen im Spiel sind, gibt es die Gierigen. Und die Geschichte zeigt, dass eine noch so Gute Idee von den falschen Leuten missbraucht werden kann.


20.01.2018

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